Stadtstrand Kiel e.V.  

Bekannt ist, dass die Flachwasserzonen im gesamten Bereich des Hindenburgufers und anderer Uferabschnitte der Kieler Förde einen bedeutenden Klär- und Filtrationseffekt auf die Kieler Förde ausüben.

Insbesondere Sand und der Bewuchs mit Seegras (Zostera) und der vorhandene Muschelbestand (Mytilus edulis), den bekannten Miesmuscheln, sorgen für die Reinhaltung des Wassers in der Kieler Förde.

Die Miesmuscheln und andere Muscheln filtrieren das Plankton-haltige Wasser und verhindern die Bildung von Faulschlamm.

Aus Wikipedia: Die Miesmuschel  (siehe de.wikipedia.org/wiki/Miesmuscheln ) ist ein Filtrierer. Sie besitzt zwei Öffnungen. Das Wasser gelangt durch eine Öffnung in die Mantelhöhle, in der durch die Wimperhärchen das Wasser aufgewirbelt wird. So bleiben die winzigen Nahrungspartikel an der Schleimschicht der Kiemen hängen, und die Kiemen filtern gleichzeitig den im Wasser enthaltenen Sauerstoff. Das Kohlenstoffdioxid wird wieder in das Wasser abgegeben. Danach fördern die Wimperhärchen den Schleim der Kiemen mit den Nahrungspartikeln zum Mund der Miesmuschel und von dort weiter in Magen und Darm, wo die Nahrung letztlich verdaut wird. Die unverdaulichen Reste werden aus der zweiten Öffnung mit dem Atemwasser wieder ausgestoßen.

Wikipedia schreibt zu den Seegraswiesen: Die Seegräser leben in diesen Wiesen in Gemeinschaften mit anderen Pflanzen und Tieren. Ihre Blätter bieten stabile, harte Oberflächen. Sie tragen oft große Populationen von epiphytischen oder Aufwuchs-Algen, aber auch von Kleintieren, die in den weichen Sedimenten nicht leben könnten. Mit diesem Bewuchs stellen sie für pflanzenfressende Fische und andere schwimmende Organismen eine wichtige Nahrungsquelle dar. Die Seegraswiesen werden von vielen Fischarten als „Kinderstube“ genutzt.

 

Beachtlich ist die Klärwirkung des Sandes. Im Sand eines Strandes besteht eine ausgeprägte Mikrofauna. Winzige Tiere von Millimeterlänge besiedeln das Lückensystem zwischen den Sandkörnern des Meeresbodens mit Tausenden von Arten und teils mehreren Millionen von Individuen pro Kubikmeter Sand (Quelle:Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz)

Gnathostomula paradoxa Ax aus der Nordsee. Vertreter der Gnathostomulida (Kiefermündchen)- einer ranghohen Wurmgruppe des Meeressandes. Länge um 1 mm.

 

Die Begriffe Meiofauna und Mesopsammon:

Als Meiofauna oder häufiger Mesofauna bezeichnet man den Anteil der bodenlebenden Organismen, die zwischen 0,30 mm und 1 mm groß sind. Größere Bodentiere ordnet man der Makrofauna zu, kleinere der Mikrofauna.

Im terrestrischen Lebensraum gehören zur Meiofauna etwa größere Nematoden, Mikroarthropoden (Gliederfüßer) wie etwa Milben und Springschwänze, Bärtierchen, Rädertiere und kleine Borstenwürmer (Oligochaeta, Polychaeta). Sie leben meist saprobisch oder als Räuber von der Mikrofauna und -flora.

In Gewässern wird die Meiofauna ebenfalls von verschiedenen Gliederwürmern, Nematoden, benthischen Rädertierchen und ähnlichen Organismen gebildet. Der Tierstamm der wurmartigen Kiefermündchen (Gnathostomulidae) lebt ausschließlich im Sandlückensystem und bildet mit anderen Organismen die Sandlückenfauna (Mesopsammon).

 

Als Mesopsammon (griech.: meso = Mitte, psammos = Sand) bezeichnet man den Lebensraum zwischen den Sandkörnern an Meeressandküsten, auch „Sandlückensystem“ oder Interstitial genannt.

Es ist eine sehr artenreiche Lebensgemeinschaft (Biozönose) mit Ciliaten, Bärtierchen, Nematoden, Kiefermündchen, Copepoden sowie winzigen Muscheln und Schnecken.

Erwähnenswert am Mesopsammon ist besonders die Verzwergung von Tieren: Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken und andere Organismen sind hier durch Anpassung an den Lebensraum auf minimale Größe geschrumpft.

Somit wird klar, dass ein Sandstrand also keinesfalls etwa eine tote Fläche, sondern vielmehr einen hervorragender Lebensraum für eine Millionen-Vielfalt von verschiedensten Bewohnern darstellt. Nach Aussagen von Fachleuten und Umweltschützern ist unser Projekt umweltverträglich. Im Strandbereich wird die Flachwasserzone nur weiter 'in die Förde' geschoben, das Sandbiotop hingegen vergrößert..

Ferner würde der Stadtstrand-Kiel wohl in Zukunft andere, etwaige Großbauprojekte in diesem Bereich auf eine ganz natürliche Art und Weise verhindern...